Kirchliche Kulturorte

Friedenskirche

Friedenskirche in Steele ◀ zurück zur Auswahl

Anschrift

Friedenskirche
Kaiser-Wilhelm-Str. 37
45276 Essen (Steele)

Offene Kirche

Samstag von 11.00 bis 13.00 Uhr

Jahresprogramm Kirchenmusik 2016

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Kontakt

Evangelische Kirchengemeinde Königssteele zu Essen-Steele
Gemeindebüro
Kaiser-Wilhelm-Straße 39, 45276 Essen
Telefon 0201 / 8 51 12-0
E-Mail gemeindebuero@koenigssteele.de
www.koenigssteele.de

Kirchenmusik
Kantor Thomas Rudolph
Telefon 0201 / 85 11 222

Geschichte und Profil

Die Friedenskirche wurde in den Jahren 1871/72 als Ersatzneubau für die zu klein gewordene 1697 gebaute alte evangelische Kirche zu Königssteele errichtet. Der Grundstein wurde am 18. Juni 1871 gelegt. Es war der Tag des allgemeinen Dank- und Friedensfestes nach dem deutsch-französischen Krieg; so erhielt die Kirche ihren Namen. Am 14. November 1872 wurde sie ihrer Bestimmung übergeben. Die Kirche ist 38,80 Meter lang, 17 Meter breit und 11 Meter hoch – eine schlichte mit Tuff verkleidete, fünfjochige, dreischiffige Emporenhalle in neugotischem Stil mit ausgeschiedenem Chor auf der Ostseite, deren Kreuzgewölbe von je vier Sandsteinsäulen getragen werden. Kennzeichen einer evangelischen Kirche sind die kleinen Fensterpaare unterhalb der Emporen.

Ursprünglich war die Tür an der Südseite als Haupteingang vorgesehen, doch wird vermutlich seit jeher der Eingang durch den Turm als Haupteingang genutzt. Der Turm ist an der Westseite angebaut und 56 Meter hoch. Das Uhrwerk der alten Turmuhr kann im hinteren Teil der Kirche besichtigt werden. Auf beiden Seiten des Turms befinden sich die Aufgänge zu den Emporen. Die Aufgänge bilden das westliche Joch der Seitenschiffe und können durch separate Eingangstüren erreicht werden.

Insgesamt verfügt die Friedenskirche über etwa 600 Sitzplätze, davon rund 300 auf den beiden Emporen. Die Bänke sind aus Tannenholz, die Kanzel und das Schnitzwerk am Altar aus Eichenholz gefertigt, wobei das gotische Retabel (Altaraufsatz) besonders hervorzuheben ist. Altartisch, -hörner und -stufen bestehen aus Pariser Steinen. Ungewöhnlich für eine evangelische Kirche ist das über dem Altartisch angebrachte Ölgemälde „Die Anbetung der Hirten“ des Düsseldorfer Künstlers Adolf Gottlob Zimmermann, das aus der alten evangelischen Kirche in die Friedenskirche übernommen worden ist. Es ist vermutlich um 1830 entstanden.

Bemerkenswert ist auch die zwischen Sakristei und Seitenschiff in die Wand eingelassene bleiverglaste Öffnung in Form eines Kreuzes. Im Deckengewölbe über dem Chor sind die griechischen Buchstaben C und R eingraviert. Es sind die beiden ersten Buchstaben des griechischen Wortes CristóV (Christus).

1990 erhielt die Kirche einen ihrem gotischen Baustil angepassten Taufstein. Bis dahin wurde aus einer Taufschale getauft. Die drei Glocken der Friedenskirche stammen aus dem Jahr 1920. Sie sind auf die Töne D, F und As gestimmt. Als Inschrift tragen sie Worte Martin Luthers: 1. Glocke: Ein feste Burg ist unser Gott; 2. Glocke: Das Wort sie sollen lassen stahn; 3. Glocke: Das Reich muss uns doch bleiben.

OrgelNicht unerwähnt bleiben soll, dass die Kirche wiederholt von Bergschäden betroffen war, die der in dieser Gegend betriebene Abbau von Steinkohle verursacht hatte. Die Kohlenflöze liegen hier im Ruhrtal unmittelbar unter der Oberfläche – im Keller des Gemeindezentrums an der Friedenskirche ist ein solches Flöz zu sehen. Schon ein Jahr nach Fertigstellung der Kirche zeigten sich Risse in Mauerwerk und Gewölbe, die zunächst ausgebessert werden konnten. Als 1909 erneut Beschädigungen auftraten, musste das ursprüngliche Steingewölbe durch das jetzige Holzgewölbe ersetzt werden. Zu Beginn der 80er Jahre wurden beim Einbau einer neuen Warmluft-Fußbodenheizung unter der Kirche große Hohlräume entdeckt, die mit Beton verpresst werden mussten.

Die neue Orgel der Friedenskirche wurde im Mai 2006 in Gebrauch genommen. Sie entspricht barocken Baugrundsätzen und hat zurzeit 34 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Insgesamt sind in die Orgel 2036 Pfeifen eingebaut, darunter acht aus der Vorvorgängerorgel der Friedenskirche (um 1840). Entworfen und gebaut wurde sie von der Orgelbaufirma Matthias Wagner aus der Pfalz.

Mit dem Kirchenchor und dem Madrigalchor Königssteele verfügt die Kirchengemeinde über zwei Chöre, die ein vielseitiges und profiliertes musikalisches Programm gestalten.

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